Vereinsmitteilungen
Lohmar. Zum Vortrag Aktuelles Erbrecht hatte der Verein zur Förderung der Seniorenarbeit in Lohmar gemeinsam mit dem Ev. Zentrum Lohmar für Kinder und Familien eingeladen. "Erben und vererben, zwei Seiten der selben Medaille. Wer erbt, erwirbt etwas von Todes wegen, wer vererbt, gibt Vermögenswerte weiter, in dem sein Leben endet", so begann Dr. Schmittat seinen Vortrag und erläuterte zunächst den Unterschied zwischen erben und vererben. Während "Erben" ein Vorgang ist, der im Regelfall nicht aktiv gestaltet werden kann, ist dies beim "Vererben" sehr wohl der Fall. Wer gestalten will, muss sich informieren, also zu Lebzeiten damit auseinandersetzen, dass man eines Tagers nicht mehr da ist und Konsequenzen für die Aufteilung des Vermögens ziehen.
Notar Dr. Schmittat aus Siegburg erläuterte die Begriffswelt, wie "Pfichtteil", "Pflichtteilergänzungsanspruch", "Vermächtnis", "Berliner Testament" und andere. Er zeigte auf, was geschieht, wenn der Erblasser, sofern er etwas zu vererben hat, nichts regelt. Da gilt das Gesetz. Sind Kinder vorhanden, entsteht eine Erbengemeinschaft, die gemeinsam über die Aufteilung des Nachlasses entscheiden. Da der überlebende Ehegatte nur Miterbe ist, kann das problematisch werden, wenn sich die Erben nicht einig sind und das Elternhaus durch eine Teilungsversteigerung, die jeder Erbe beantragen kann, zu Geld gemacht muss.
Dr. Schmittat zeigte auf, was gestaltet und wie der letzte Wille festgelegt werden kann. So ist in einem Testament eine oder mehrere Personen als Erben einzusetzen und zugleich festzulegen, zu welchen Quoten sie erben.
Bei einem Berliner Testament erbt der überlebende Ehegatte zunächst alles, Die Kinder erben erst aus dem Nachlass des Letztversterbenden. Da sie nicht Erbe des Erstversterbenden sind, haben sie Anspruch auf den Pflichtteil, der der Hälfte seines Erbanspruches entspricht.
Ein notarielles Testament hat den Vorteil, dass kein Erbschein benötigt wird. Dieses genügt als Erbnachweis. Dies ist auch günstiger als die Kosten für Erbscheine zweier Todesfälle.

Natürlich kann jeder auch ein privatschriftliches Testament aufsetzen. "Um Interpretationsprobleme zu vermeiden, sollten Sie nur schreiben 'Zum alleinigen Erben setze ich ... ein'. Alles andere muss auf die individuelle Situation abgestimmt werden, will man hinterher Ärger vermeiden. Es muss passen." Weitere Formulierungen bergen die Gefahr, dass dass man sich unklar bzw. missverständlich ausdrrückt oder Begriffe verwendet, die das Gesetz nicht kennt, mit der Folge, dass das, was man eigentlich bezwecken will nicht zur Geltung kommt.

Dr. Schmittat erläutert die Gestaltungsmöglichkeiten beim Vererben. Foto: Krämer
Auch auf die erbschaftssteuerrechtlichen Regelungen ging Dr. Schmittat ein.
Fazit: Ein Testament wird gebraucht, wenn die gesetzlichen Regelungen nicht passen. Ein Berliner Testament sollte auf jeden Fall bei einem Notar errichtet werden, weil die Reechtsfolgen für den Überlebenden im Regelfall nicht überschaut werden können.
Den Zuhörern wurden schwierige rechtliche Zusammenhänge erläutert und Gestaltungsbeispiele aufgezeigt. 90 Minuten, die schnell vergingen.

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